The river is flowing... Coming and going on the ship. Warm welcome in Lahnstein and worldwide contacts via satelite.
2.00 pm
Ein Lied läuft uns nach: "The river is flowing, flowing and growing, the river is flowing, back to the Sea." Der Rhein wird weit, das nahe Meer wird spürbar. Gestern Abend haben wir Holland erreicht. Wir haben es an den Funksprüchen gemerkt. Das kehlig-nasale Holländisch stimmt heiter und lädt Martin zum Nachahmen ein. Zwar tönt es für Nicht-Holländer recht echt. Doch im Gespräch mit Einheimischen entlarvt sich der Schwindel bald.
Wir warten in einer kleinen Bucht, bis sich der dicke Nebel lichtet. Immer wieder taucht in schwierigen Situationen unerwartete Hilfe auf - heute ein Polizeiboot, das uns mit seinem Scheinwerfer durch den Nebel lotst. Bei der Suche nach der engen Hafeneinfahrt in Lahnstein kriecht uns ein Rheinfrachter voraus. Er weist und leuchtet uns den Weg in den sicheren Hafen.
Lahnstein - ein Höhepunkt der Rheinfahrt. Als wir am Sonntagmorgen kurz vor halb acht zur Stadthalle kommen, warten schon viele Leute auf die Saalöffnung, um sich einen guten Platz zu ergattern. Um halb neun bereiten uns 1100 Frauen und Männer aus dem Gesundheitsbereich einen begeisterten Empfang. Sie nehmen an der Herbst-Tagung der Gesellschaft für Gesundheitsberatung teil. Martins Vortrag "Was uns gut tut, tut auch der Erde gut" - spricht offenbar vielen aus dem Herzen. Dank Verzögerung unserer Rheinfahrt hat sich das Zusammentreffen der Tagung mit unserem Lahnsteiner Besuch aufs Beste gefügt.
An Bord ist ein Kommen und Gehen. Beat von Scarpatetti stösst in Bonn für zwei Tage zu uns. Medienleute fahren ein Stück mit, unter ihnen eine Fernsehequipe des Westdeutschen Rundfunks von Köln nach Düsseldorf. In Bonn statten der Bürgermeister Peter Finger und Halldor Thorgeirsson, Deputy Executive Secretary des Climate Change Secretariat der UNO, der "sun21" einen Besuch ab. "Ihr Besuch und Ihre Unterstützung speisen unsere Begeisterungsspeicher, wie die Sonne die sun21-Batterien lädt," danken wir ihnen.
Das Einrichten der Kommunikationsmittel an Bord braucht viel Zeit und Geduld. Als ein Mann im Yachthafen Honnef bei Bonn uns ins Bootshaus einlädt, meint er zu Mark und Matthias: "Den Computer-Freak müssen wir wohl an Bord lassen." Nun treffen via Satellitenverbindung Grussbotschaften aus aller Welt bei uns ein - auch aus Kanada, Irland, Indien. Der 7-jährige Raphael schreibt: "Ich habe selber schon sehr viele Katamarane gebaut (Holz, Papier, Faden und Nägel). Wenn ich gross bin, baue ich auch einmal eine "sun21"." Und die transatlantic21-Leute in der Schweiz erfahren von Ricarda, Thomas und ihren Kindern, wo wir gerade sind: "Wir waren eben im Schlosspark in Neuwied am Rhein spazieren (Rhein-km 608) und haben Euch gesehen und natürlich auch zurückgewunken."
Im Ruhrpott geben sich Vergangenheit und Zukunft die Hand: Neben qualmenden Schornsteinen thermischer Kraftwerke drehen Windräder still und gross. Ein prachtvoller, doppelter Regenbogen wölbt sich über Emmerich. Mit einem leuchtenden Strahlenfächer bricht die Sonne durch die schwergrauen Sturmwolken durch. Wildgänse heben sich zu Tausenden mit ihrem fernsüchtigen Ruf am Nebelmorgen in die Luft und ziehen in lang gezogenen Keilformationen weiter - wir nehmen dies alles als gute Zeichen für die Reise in die Zukunft. Morgen kommen wir in Rotterdam an, wo die "sun21" auf den Frachter "Joanna" der Peters & May GmbH für die Fahrt nach Cadiz verladen wird.